Heute ist Dienstag der 19. Oktober 2010. Ich bin allein mit Sharon (Gastmutter) zu Hause. Dan (Gastvater) ist bei der Arbeit und Dustin (Gastbruder) ist in der Schule (College). Es ist der letzte Nachmittag meines zweiwöchigen USA-Aufenthaltes und ich habe noch eine lange und anstrengende Reise vor mir. Um 14:50 Uhr packe ich meinen Koffer und Rucksack in den Kofferraum unseres Autos. Doch verlasse ich mein zweites zu Hause nicht mit Sharon und unserem Auto, sondern mein Freund Yuriy (Foto: der in der Mitte) holt mich ab und wir fahren zur „Washington Square Mall“ um ein letztes Mal zusammen „abzuhängen“.
Dort angekommen checken wir erstmal, wo der nächste Apple Store ist, denn ich habe vor mir ein iPad zu kaufen (an alle Hater :D Ich werde es nicht behalten!!). Ich sage also, dass ich ein iPad kaufen wolle. Daraufhin bekomme ich einen persönlichen Verkäufer zugewiesen. Wir stellen uns vor. Er tippt verschiedene Dinge in sein iPhone ein und holt das iPad aus dem Lagerraum, welcher anscheinend durch eine Art Schleuse gesichert ist. Das ganze läuft sehr vertraulich ab. Der Verkäufer (hab den Namen vergessen) fragt mich, ob ich irgendwelche Fragen habe. „Bla Bla Bla“ Daraufhin meint er, wir müssten zu den iMacs hinüber gehen um zu bezahlen. Ich bin leicht verwirrt, da ich keine Kasse oder sonstiges erblicken kann: „??? .....Okay...“ Er scannt die iPad-Verpackung mit seinem iPhone ein, tippt erneut auf seinem iPhone herum und plötzlich spring aus dem Tisch, auf dem die iMacs standen, eine Kasse auf und ich bezahle. Wie gesagt, alles sehr vertraulich und persönlich. Ich finde das Laden-Konzept ist extrem genial, und einfach mal was anderes. Muss man mal erlebt haben. Soviel zu meinem Shopping-Erlebnis... :D
Anschließend genehmigen Yuriy und ich uns noch schnell einen Teller vom „Panda Express“ (Asiaten-Fast-Food, verdammt gut lecker) :) leider drängt die Zeit und wir müssen los (Tut mir leid Alex, könnte dein „Under Armour“ leider nicht mehr besorgen. Hat alles leider nicht ganz so geklappt, wie ich dachte.)
Um 16:30 Uhr treffen wir Sharon (Gastmutter) auf dem Parkplatz einer anderen Mall und ich verabschiede mich von Yuriy und steige in unser Auto mit meinen Sachen im Kofferraum. In Zeiten von Facebook fällt mir der Abschied nicht mehr sooo schwer wie früher.
Am Bahnhof angekommen, gibt es eine herzliche Umarmung und einen sehr rührenden Abschied von Sharon. Ich bin traurig, freue mich aber gleichzeitig schon auf zu Hause.
Dann gehe ich in den Bahnhof, kaufe mir eine Flasche Gatorade :) (ich liebe dieses Zeug), setze mich an das eine Ende einer Sitzbank in der Wartehalle. Als ich gerade anfangen habe den „Volksfeind“ zu lesen, kommt ein Mann zum anderen Ende der Bank und setzt sich quasi neben mich. Der Mann ist kleiner als ich, dick, ungepflegt und hatte sich anscheinend meeega in die Hose uriniert. Ich dachte mir nur: „Oooookkaay. Bleib einfach hier sitzen, ist ja nicht so schlimm...“ Also ignoriere ich den Mann einfach und lese weiter in meinem Buch. Jedoch nur für kurze Zeit, denn bald kommt ein Lufthauch von nebenan. Ein strenger Fisch- und Uringeruch liegt in der Luft. Der Mann ist am Milchtrinken, am Schmatzen, am Rülpsen und am Nasehochziehen. Ich muss meinen Sitzplatz aufgeben.....
Die dreistündige Zugfahrt ist langweilig, aber der Schaffner ist überaus nett. Er kümmert sich persönlich um alle Zuggäste und sagt Ihnen bescheid, wenn sie aussteigen müssen. Führ mich fordert er sogar ein Taxi zu meiner Bahnhofsstation an :) Es ist nun 21:50 Uhr und ich steige an der Tukwila Station aus. Es ist sehr dunkel. Es wartet ein arabisch aussehender Taxifahrer auf mich, welcher einen schwarzen Mini-Turban trägt. Er wirkt sehr nett, stellt viele Fragen und versucht irgendwie mit mir zu reden, doch am Seatec Airport angekommen merke ich, dass die Schlampe es nur fürs Trinkgeld tat.
Nach kurzem Umpacken checke ich meinen Koffer ein, begebe mich in den Transfer-Bereich des Seattle Flughafens und gönne mir nen lecker Cheeseburger :)
Nachdem ich mir noch was zu Trinken gekauft habe, verbleiben nur noch 1,48$ und 0,50€ in meinem Portemonnaie. Bankrott. Dafür kann ich mir gar nichts mehr kaufen. Zum Glück stellt der Seatec Airport kostenloses Wifi und Steckdosen bereit. Ich habe noch 5 Stunden totzuschlagen.
Mittlerweile ist es Mittwoch 0:55 Uhr. Hinter mich setzen sich zwei Asiaten. Natürlich machen die erstmal ein Foto :D Keine Ahnung wovon, sehe nur den Blitz. Sie reden die ganze Zeit in „Asiatisch“. Es scheint sowieso, als ob die Hälfte der Menschen hier Asiaten seien.
Nach und nach leert sich der Terminal um mich herum und ich bin der einzige Passagier in Sichtweite.
Ich fahre zum Spaß mit dem Zug von Terminal zu Terminal um mir mal die Beine zu vertreten.
Anschließend setze ich mich wieder auf den gleichen Platz. Ich ziehe meine Schuhe aus und mache es mir gemütlich, Surfe im Internet, höre Musik und schaue TV. Wenn ich links aus dem Fenster gucke, steht dort die ganze Zeit schon ein Flugzeug am Gate. Ich bemerke, dass das Flughafenpersonal zwischendurch im Pilotencockpit des Flugzeugs chillt. Irgendwann füllt es sich wieder mit Menschen um mich herum.
Es ist nun 4:38 Uhr. Ich mache mir Sorgen :( Mein Flug läuft über Paris. Gestern hab ich schon in den Nachrichten über die Streiks in Frankreich gelesen, weiß aber nicht, was da genau los ist. Ich frage einen Angestellten der Airline beim Boarding ohne Aussicht auf eine hilfreiche Information. Hoffentlich komme ich noch nach Hause!?
Um 5:40 Uhr steige ich ins Flugzeug. Ich bin sehr müde, daher schlafe ich sofort ein, nicht einmal der Start weckt mich mehr auf. Doch ist es ein sehr sehr unbequemer und kaum erholsamer Schlaf. Ich wache erst zwei Stunden vor NYC wieder auf. Mittlerweile fange ich an mich eklig zu fühlen. Ich will mich duschen!! Beim Landeanflug kann ich die „Jersey Shore“ sehen (wo die gleichnamige MTV-Sendung gedreht wurde).
Ich verlasse das Flugzeug und finde mich im Chaos wieder. Mit Hilfe von insgesamt 4 Flughafenangestellten versuche ich meinen Terminal und mein Gate zu finden. Der NYC Flughafen ist sehr unübersichtlich und ich sollte mich ein bisschen beeilen um meinen Flug zu erwischen. Da hilft es mir nicht, dass mir erst nach langem Anstehen am Sicherheits-Check gesagt wird, dass ich mein Ticket noch gegen ein anderes umtauschen muss. Zudem muss ich noch durch die Sicherheitsschleuse. Die sind hier übrigens ziemlich pingelig am Sicherheits-Check und wenn man mal eine Sache anders macht oder vergisst wird man gleich zusammengepfiffen.
Mein Flug am Mittwoch um 16:30 Uhr (Ostküsten-Zeit) von NYC nach Paris ist sehr angenehm. Ich kann ein bisschen schlafen und schaue „Iron Man 2“ und „Heat“. Neben mir sitzt ein ca. 40 jähriger Mann. Er ist hektisch, unsicher aber sehr aufmerksam, als würde er das erste Mal fliegen. Er scheint ein Franzose zu sein, doch bei der Landung merke ich, dass er doch Deutscher ist. Nun bin ich mir auch ziemlich sicher, dass er zum ersten Mal geflogen ist. Als er seine Flugverbindung nachguckt, sehe ich, dass er alle seine Flüge säuberlich auf eine A5 Seite gedruckt hatte und diesen Zettel überall markiert und anschließend laminiert hat.
Schon im Flugzeug wurde ich immer zuerst auf französisch angesprochen. Dies geht im Pariser Flughafen so weiter. Langsam nervt es! Selbst wenn das Flughafenpersonal ganz klar merkt, dass ich kein Französisch verstehe, sagen die kurz was in Englisch und labern mich danach weiter in Französisch zu D:
Es ist jetzt Donnerstag 6:45 Uhr (Französische Zeit). Ich sitze im Terminal, ich bin noch immer sehr müde, ich habe Durst, aber nicht genügend Geld mir was zu kaufen. Ich merke, dass ich mich nicht mehr konzentrieren und kaum noch klare Gedanken fassen kann. Bald bin ich ja zu Hause. Meine Vorfreude auf mein Bett und darauf Kathi wieder zu sehen wird immer größer.
Pünktlich um 7:30 Uhr steige ich in das kleine Flugzeug nach Bremen ein.
Obwohl dieses Flugzeug die bisher besten Sitze hat, kann ich nicht mehr einschlafen. Ich habe Durst, ich bin müde, ich fühl mich ekelig und mir ist warm. Egal wie ich sitze, es ist unbequem. Ich bin so erschöpft, dass ich kaum noch gerade sitzen kann, daher lege ich meinen Kopf auf den Ausklapptisch. Ich muss in so eine Art Halbschlaf geraten, denn irgendwann bemerke ich, dass alle Leute neben mir etwas zu Trinken haben, nur ich nicht! Ich habe nichts davon mitbekommen, obwohl ich mir sicher bin, dass ich nicht geschlafen habe. Mit fast einer Stunde Verspätung lande ich um 9:55 in Bremen.
Meine Mutter holt mich vom Flughafen ab und kauft mir gleich ein Wasser :) Die Fahrt nach Hause verging wie ein Traum. Zu Hause angekommen kann ich mich endlich duschen! Danach fühle ich mich wie neu geboren, sogar meine Müdigkeit scheint vergangen, welches jedoch nur trügt.. Nun muss ich aber noch kurz durchhalten, denn heute ist Kathis Geburtstag. Nachdem ich nun 45 Stunden auf den Beinen bin und zwischendurch nur ca. 6-8 Stunden Flugzeugschlaf hatte, kann ich um ca. 16 Uhr endlich meinen langersehnten erholsamen Schlaf antreten...
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:-) gefällt mir.
AntwortenLöschenAus Neugier gleich mal: was ist aus dem iPad geworden? ;-)
ohhhh soo süß geschrieben und erholsamen Schlaf wünsche ich.
AntwortenLöschendas iPad liegt im Moment auf meinem Sofa. Würde es so gerne auspacken :D Werde es aber in ca. einer Woche bei Ebay reinstellen... rechne mit ca. 100 Eruo Gewinn :)
AntwortenLöschendas nenne ich unternehmergeist !
AntwortenLöschen- sascha