Sonntag, 24. Oktober 2010

Zuhause bin ich Gast oder: Home is where the…TiEgers are !

Jetzt bin ich in Münster zuhause.

Also eigentlich nicht, denn Heimat bedeutet für mich einen Freundeskreis und der fehlt hier noch.

Doch in der heutigen Zeit kann man nun mal nicht mehr im TiEgerclub zuhause sein, zumindest nicht geographisch- Da machste nix!

Hier lebe und studiere ich (in der Reihenfolge!) und- „hier wird es [mir] gefallen“, das stand in einer von zahllosen Erstsemesterinfos, doch davon war ich ohnehin überzeugt und bin es noch.

Ich gehe also jeden Morgen als einer von knapp 400 (es gab dieses Jahr in Münster über 4.000 Bewerber, damit lag der N.C. bei 1,8) aus meinem Semester zu den Vorlesungen (Bürgerliches Gesetzbuch- Allgemeiner Teil (Verträge); Strafrecht (Mord und Todschlag); Staatsrecht (Grundrechte/ Verfassung)),

den begleitenden Arbeitsgemeinschaften (in Kleingruppen von ca. 15 – 30 lernen wir das Falllösen, also das, was in Klausuren und im Examen wirklich relevant ist- ein anschauliches Beispiel poste ich demnächst…(die AG- Leiter setzen den Inhalt der Vorlesungen als bekannt voraus))

und zu einem der angebotenen Grundlagenfächer (sog. „weiche Fächer“: dts. Rechtsgeschichte; Verfassungsgeschichte; Kriminologie und Kriminalsoziologie; Grundzüge der Rechtsphilosophie;…- davon muss ich in 4 Semestern jeweils in einem „philosophischen“ und einem „geschichtlichen“ die Abschlussklausur bestehen).

Dazu habe ich noch eine fachspezifische Fremdsprachenausbildung für Juristen (FFA) in Englisch belegt (dauert 4 Semester, ist ein eigener Studiengang, beinhaltet ein mind. 3-wöchiges Praktikum im engl.-sprachigen Ausland). Hier lernen wir von Muttersprachlern das amerikanische/ britische/ …(Commonwealth) Rechtssystem kennen- das Common Law (Vorlesungen sind auf Englisch gehalten). Die (spezifischen -> jurist.) Sprachfähigkeiten werden in Ergänzungskursen verbessert (dieses Semester habe ich „Reading skills for law“ gewählt).

In der Summe (Vorlesungen + AGs + FFA) sind das bei mir in diesem Semester 25 Semesterwochenstunden (SWS). Wobei 1 SWS = 45 min entspricht.
25 SWS sind also auf die Woche gerechnet weniger als 4 Zeitstunden pro Tag.

Wobei jede Vorlesung aus mindestens 4 SWS (3 Zeitstunden) besteht, die über die Woche verteilt sind und entsprechende Vor- und Nachbereitungen bedürfen: 4 SWS = ca. 10 – 20 Seiten im Lehrbuch. Dazu kommen noch die „Hausaufgaben“ aus der FFA und die Fälle der AGs, die man eventl. auch zu Haus lösen muss/ vor- bzw. nachbereitet.

Inklusiver aller Zeiten in der Uni wird das dann ein 8-Stunden-Tag. Fair.

Dass ich jetzt in Münster zuhause bin, bedeutet auch (Achtung! Stilmittel…) eine vorläufige Endgültigkeit: Westerstede wird demnach frühestens mit Eintritt ins Rentenalter wieder zuhause –und das mag ich mir heute nicht vorstellen, halte es auch für sehr unwahrscheinlich.
Deswegen endgültig.
Die Vorläufigkeit bezieht sich auf die Studiendauer und den Fall eines Studienortswechsels.

-Also Alles auf Zeit, Alles als Gast und das Alles irgendwie noch heimatlos hier zuhause…


L.O.V.E. ,

Dein stud. iur. Eric

1 Kommentar:

  1. Hey Eric, schön was von dir zu hören!
    Ich hoffe die restlichen hier (einschließlich mir ;) ) schaffen es dich vielleicht mal zu besuchen?!

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